Jungsenioren vor dem Aus ?

03.03.2011: (mg) - Der DLV-Verbandsrat hat am vergangenen Freitag in Leipzig mehrheitlich beschlossen, den Seniorensport ab 2012 mit der Altersklasse M/W 40 beginnen zu lassen.


Diese Entscheidung entsprach nicht der Empfehlung des Bundesausschusses Senioren, der in seiner Tagung in Erfurt dem Verbandsrat einstimmig empfohlen hatte, zumindest analog zur internationalen Regelung (ab AK M/W 35) zu verfahren. Begründet wurde der Antrag im Verbandsrat mit den zu geringen Teilnehmerzahlen in den beiden Altersklassen M/W 30 und M/W 35. Das DLV-Präsidium und die Vertreter des Bundesausschusses Senioren haben einstimmig gegen diesen Antrag gestimmt, sind aber an dem Widerstand einiger weniger Landesverbände gescheitert, da bei der Abstimmung das qualifizierte Stimmrecht galt.
Bremen hat mit seiner 1 Stimme (siehe unten) dem Antrag nicht zugestimmt. 

 
Dazu muss man wissen, dass der Verbandsrat sich aus den Mitgliedern des Präsidiums (12 Personen), den Präsidenten/Vorsitzenden der 20 Landesverbände sowie dem gewählten Athletensprecher zusammensetzt. Jedes Mitglied des Verbandrates hat eine Stimme. Bei der Verabschiedung und Änderung der Ordnungen haben die Präsidenten/Vorsitzenden der 20 Landesverbände qualifiziertes Stimmrecht. Hierbei richtet sich die Stimmenzahl nach der Mitgliederzahl der dem Landesverband angehörenden Leichtathletikvereine bzw. –abteilungen (für je angefangene 5000 Mitglieder eine Stimme).

 

Der Bundesausschuss Senioren und die Landesverbands-Seniorenwarte werden nun zusammen mit den Seniorensportlern in den Vereinen in einer sachlichen und konstruktiven Weise versuchen, die Landesverbandspräsidien mit den entsprechenden Argumenten davon zu überzeugen, diesen Beschluss bei der nächsten Verbandsratssitzung wieder zurückzunehmen und die Seniorenleichtathletik in Deutschland zumindest analog zur internationalen Regelung ab M/W 35 einzuführen.


Bereits in Leipzig kündigte der Vizepräsident, Dr. Matthias Reick, an, die AK-Regelung spätestens bei der Deutschen Meisterschaft im Juli in Kassel erneut auf die Tagesordnung setzen zu lassen. Diesem Vorschlag folgte DLV-Präsident Dr. Clemens Prokop und hat angekündigt, in Kassel erneut abstimmen zu lassen.



Als Reaktion auf den Beschluß von Leipzig ist am 27. Februar der Aktivensprecher der Senioren, Wolfgang Ritte, mit einem offenen Brief von seinem Amt zurückgetreten. Dieser offene Brief kann unter folgendem Link gelesen werden:


http://www.senioren-leichtathletik.de/wp-content/uploads/2011/02/Wolfgang-Ritte-R%C3%BCcktritt.pdf