Die Bremer Olympia-Highlights
26.08.2008: (mg) - Olympische Spiele 2008, PekingZum ersten Mal seit mehr als 50 Jahren haben sich wieder Bremer Leichtathleten für dieOlympischen Spiele qualifiziert!
Sonntag, 17. August, 19.00 Uhr Ortszeit, Peking – Nationalstadion
Carolin Nytra (Bremer LT / TuS Komet Arsten) qualifizierte sich mit einer Zeit von 12,95s im Vorlauf für das Halbfinale über 100m Hürden. Der vierte Platz in ihrem Lauf reichte, um sich über die Zeit weiterzukommen.
Montag, 18. August, 19.40 Uhr Ortszeit, Peking – Nationalstadion
Carolin Nytra ist wie erwartet als Siebte im Halbfinale der Olympischen Spiele über 100 Meter Hürden ausgeschieden. Die US-Amerikanerin Lolo Jones (Hallen-Weltmeisterin) sorgt mit persönlicher Bestzeit von 12,43 Sekunden als Halbfinalsiegerin für einen Paukenschlag. Carolin Nytra lief 12,99 Sekunden.
Die Bremer Hürdensprinterin hat damit alle Erwartungen übertroffen. Als 19. der Setzliste war die 23-Jährige nach China gereist, als 12. wird sie die Heimreise antreten.
„Damit haben wir mehr als alles erreicht!“, jubelte Trainer Jens Ellrott in der Heimat. Im ersten Halbfinale erwischte sein Schützling einen hervorragenden Start, lag bis zur 6. Hürde nur knapp hinter den Favoritinnen, fing dann aber kurzzeitig an zu denken, touchierte eine Hürde und vergab damit eine bessere Zeit.
„Ich hake diese Olympischen Spiele als großartige Lernerfahrung ab“, sagte Deutschlands schnellste Hürdensprinterin später gegenüber leichtathletik.de. Und das kann sie auch: 12. von 40 bei ihren ersten Olympischen Spielen, die zu Saisonbeginn noch gar nicht das Ziel waren, dazu eine perfekte zweite Rennhälfte im Vorlauf und eine erste im Halbfinale. Das macht Appetit auf mehr – nächstes Jahr steht die Heim-WM in Berlin an...
Carolin Nytra, die im September noch in Paris laufen wird und eventuell mit einer Wild Card auch noch beim Weltcup-Finale in Stuttgart, hat von ihrem Trainer für die restlichen Tage in Peking trainingsfrei bekommen. „Sie ist ja überhaupt nicht zur Ruhe gekommen zuletzt, jetzt soll sie das alles erst einmal verarbeiten.“ Die Hürdensprinterin möchte sich nun unbedingt noch die Chinesische Mauer ansehen, und bei anderen Wettkämpfen dabei sein.
Freitag, 22. August, 19.40 Uhr Ortszeit, Peking – Nationalstadion
Mit der schnellsten Zeit einer Deutschen 4x400m-Staffel seit den Europameisterschaften 2002 zogen Jonna Tilgner (Bremer LT/TuS Komet Arsten), Sorina Nwachukwu (TSV Bayer Leverkusen), Florence Ekpo Umoh (Erfurter LAC) und Claudia Hoffmann (SC Potsdam) ins Finale der Olympischen Spiele in Peking ein.
Trotz hervorragender 3:25,55min und einer Steigerung gegenüber dem Europacup um fast zwei Sekunden (3:27,31min) musste das Quartett als Vierte des ersten Halbfinales hinter Russland (3:23,71min), Kuba (3:25,46min) und Großbritannien (3:25,48min) allerdings auf die Zeiten des zweiten Halbfinals warten, da nur die ersten drei Teams der beiden Vorschlussrundenläufe direkt für den Endlauf qualifiziert waren. Nachdem dann im zweiten Lauf die USA (3:22,45min), Jamaika (3:22,60min), Weißrussland (3:22,78min) und Nigeria (3:24,10min) im Ziel waren, dauerte es noch mehr als zweieinhalb Sekunden, bis Frankreich – beim Europacup noch deutlich vor den Deutschen – mit 3:26,61min gestoppt wurden. Unbeschreiblich war der Jubel der vier jungen Damen danach, hatten sie doch zum ersten Mal seit 1996 eine Deutsche 4x400m-Staffel in ein Olympisches Finale geführt.
„Dass eine Zeit um 3:26,50min notwendig sein würde, um ins Finale zu kommen, war klar, und dass die Vier eine solche Zeit laufen können, auch, dass sie aber deutlich unter 3:26,00min bleiben würden und nach den Halbfinals Tuchfühlung zu Platz 5 haben, ist ein Riesending“, war Jonna Tilgners Trainer Jens Ellrott nach dem Zieleinlauf begeistert. „Die Mädels haben seit Beginn des Höhentrainingslagers in Tirol Mitte Juli einen tollen Teamgeist entwickelt. Und was eine solche Gemeinschaft bringen kann, zeigt, dass sie im Schnitt 51,4sec gelaufen sind; das ist wesentlich schneller als die persönliche Jahresbestleistung einer jeden Einzelnen.“
Sonnabend, 23. August, 20.40 Uhr Ortszeit, Peking – Nationalstadion
Das deutsche 4x400-Meter-Quartett mit Jonna Tilgner (Bremer LT), Sorina Nwachukwu (TSV Bayer 04 Leverkusen), Florence Ekpo-Umoh (Erfurter LAC) und Claudia Hoffmann (SC Potsdam) hatte nach dem Kraftakt im Vorlauf (3:25,55 min) nicht mehr die Reserven, um im Finale mit den anderen Staffeln Schritt zu halten. In 3:28,45 Minuten stand am Ende mit beträchtlichem Rückstand zur Konkurrenz Rang acht zu Buche.
