Martin Neumann beim Abenteuer Berglauf-EM

03.07.2008: (mg) - Der Start zur erst zum 2. Mal ausgetragenen Berglauf-EM der Senioren in der Schweiz (Lenzerheide/Graubünden) erfolgte bei durchaus angenehmen Lauftemperaturen von etwa 18-20 Grad und herrlichem Sonnenschein. Von der LG Bremen-Nord wagte Martin Neumann dieses ungewöhnliche Abenteuer.

Der Wegesrand war immer wieder von größeren zum Teil 1-meterhohen Schneefeldern gesäumt. Die Strecke selbst war aber schneefrei. Gestartet wurde am Fuß des "Parpaner Rothorns" auf einer Meereshöhe von etwa 1890 Meter. Das zu erklimmenden Gipfelkreuz (2865 m) schon im Blick.

Die favorisierten Läufer um den späteren Gesamtsieger Paul Sichermann setzten sich schon frühzeitig vom ca. 200 Teilnehmer umfassenden Starterfeld ab. Die ersten 500 Meter zeigte sich das "Parpaner Rothorn" noch von seiner angenehmen Seite - es war nahezu eben. Doch spätestens beim 2. Laufkilometer wurde klar, dass diese Etappe zu Recht zu den schwersten Bergläufen Europas zählt. Immer wieder galt es Steigungen von 15 und 18 Prozent zu bewältigen. Der schwierigste Abschnitt - die letzten beiden Schlußkilometern mit jeweils 20 und 23 %.

Beim zeitweiligen Blick auf die nach oben strebende Konkurrenz erschien die Läuferschar an den Steilhängen wie ein endlos langer Tausendfüßler und der Weg genauso endlos weit. Kurz vor dem Gipfel wurden die Läufer von einem Alphornbläser auf das nahe Ziel aufmerksam gemacht. Die letzen Kräfte wurden noch einmal mobilisiert - der Gipfel war jetzt wirklich zum Greifen nah.

Als "Flachlandtiroler" mit recht bescheidenen adäquaten Trainingsmöglichkeiten für diesen Lauf schaffte Martin Neumann fast 1000 Höhenmeter in 56:59,9 Minuten. Damit lag er in der Alterklasse M40 immerhin auf Platz 17. Im Gesamtklassement bedeutete dies Platz 62.

Sein Fazit: "Und wenn Ihr mich nach 4 Tagen Abstand fragen würdet: Ja, ich würde diese Strecke noch einmal laufen. Wenn Du oben am Ziel bist und das super Panorama der umliegenden 3000 - 4000 Meter hohen, zum Teil noch verschneiten Schweizer Bergwelt genießt und das bei strahlendem Sonnenschein, dann hat sich diese Strapaze allein schon deshalb gelohnt."