Rang acht für das BLT in der 4x400: von links nach rechts: Lisa Koßmann, Laura Mattern, Jay Barry, Felina Bettinger

Bronzemedaille für Werders U23-Quartett

15.06.2014: (mg) -   Die weibliche Junioren-Staffel des SV Werder hat bei der U23-DM in Wesel die Bronzemedaille über 4x100 Meter gewonnen. Nach 46,23 Sekunden stoppte die Uhr für das grün-weiße Quartett, womit es ebenfalls einen neuen Bremer Landesrekord aufstellte. Auch in Landesrekordzeit (der U23 und der Frauen) von 3:57,88 Minuten lief die 4x400-Meter-Staffel des Bremer LT bei den Juniorinnen auf Platz acht.

  Die zu dieser Saison neu zusammengestellte Werder-Staffel mit Constanze Hungar, Sandra Dinkeldein, Rahel Rüdel und Svea Kittner hatte sich im Vorfeld bereits gute Chancen auf eine vordere Platzierung ausgerechnet, ohne jedoch auf die Podestränge zu schielen. In Wesel lief dann aber alles perfekt. Ihren Vorlauf gewannen die Grün-Weißen in 46,31 Sekunden. Im Endlauf legten die Sprinterinnen von Trainer Andrei Fabrizius noch einen drauf und wechselten ausgezeichnet. Vor den Werder-Mädels platzierten sich lediglich die deutschen Top-Teams aus Mannheim (45,81 Sek.) und aus Köln (45,42 Sek.), wo die ehemalige Werder-Athletin Linda Krevert als Schlussläuferin den Titel perfekt machte.

 „Es hat heute richtig Spaß gemacht“, freute sich Svea Kittner nach dem Lauf. „Das Wetter passte, wir waren in einer tollen Form, die Wechsel haben funktioniert, so ist Staffellaufen mit das Beste an der Leichtathletik.“ Und Svea Kittner hatte noch mehr Grund zur Freude: Bereits am Sonnabend gelang der Sprinterin im 100-Meter-Finale eine neue persönliche Bestzeit von 11,94 Sekunden. Damit platzierte sie sich in einem starken Teilnehmerfeld auf Rang fünf. Im 200-Meter-Vorlauf ließ Svea Kittner 24,61 Sekunden folgen. Ihre Mannschaftskollegin Sandra Dinkeldein startete ebenfalls über beide Sprintstrecken und bewies mit Zeiten von 12,07 sowie 24,51 Sekunden ihre konstant gute Saisonform.

 Etwas im Schatten der Mädchen, aber dennoch mit guten Leistungen, kamen die Staffelteams der Werder-Junioren über 4x100 Meter und 4x400 Meter ins Ziel. Michael Koch, Patrick Pajer, Christian Narloch und Niklas Bruns erreichten mit der Kurzsprintstaffel eine Zeit von 43,59 Sekunden und platzierten sich damit auf Rang 11. Für die 4x400-Meter-Staffel (Jan Eschenhagen, Niklas Witt, Michael Koch, Lasse Spohler) reichte es nach 3:31,42 Minuten für Rang 14.

  Was im Mai in Osnabrück für das Bremer LT als Trainingswettkampf zum Abschluss der Saisonvorbereitung begann, fand gut zwei Monate später in Wesel seinen vorläufigen sportlichen Höhepunkt. Lisa Koßmann, die noch der U18 angehört, Laura Mattern, Felina Bettinger (alle BLT/TuS Komet Arsten) und Jay Barry (BLT/BTS Neustadt) nahmen im Auestadion ihr Herz in beide Hände und liefen von Beginn an auf Angriff, denn die vier wollten unbedingt eine Urkunde mit nach Hause nehmen. Nachdem Lisa Koßmann und Laura Mattern an den Positionen eins und zwei den wichtigen vierten Platz in ihrem Zeitendlauf nach hinten abgesichert hatten, attackierten Jay Barry und Felina Bettinger an drei und vier sogar noch die drittplatzierte Läuferin der Startgemeinschaft Rhede-Sonsbeck-Wesel, die letztlich eine knappe Sekunden Vorsprung ins Ziel retten konnte. Im zweiten Lauf durften damit maximal vier Staffeln schneller sein als die Bremerinnen, und das große Zittern begann. Als die Startgemeinschaft Hamburg Nord dann als 5. nach 3:59,94 Minuten die Ziellinie überquerte, war der Jubel groß beim BLT.

 „Dass ich mit drei Kurzsprinterinnen und einer Siebenkämpferin einmal einen solchen Erfolg über 4x400 Meter feiern würde, hätte ich nicht gedacht“, freute sich Trainer Jens Ellrott über seine Schützlinge. „Jetzt wird es aber Zeit, dass wir uns wieder auf unsere eigentliche Stärke, die 4x100 Meter konzentrieren, denn da wollen wir mit der Jugend ins DM-Finale“, fügt er augenzwinkernd hinzu.

 Weniger erfolgreich war leider Weitspringer Marcel Lienstädt (BLT/TuS Komet Arsten). Nachdem er für den ersten 7-Meter Sprung der Konkurrenz verantwortlich war, konnte er sich im weiteren Verlauf des Vorkampfes nicht mehr steigern. Nachdem der dritte Versuch gut und weit aber leider hauchdünn übertreten war, musste sich der 20-Jährige das Finale tief enttäuscht von der Tribüne aus anschauen. „Bei Marcel ist es nur eine Frage der Zeit, wann der Knoten platzt und er Weiten jenseits der 7,30 Meter springt. Ich hätte ihm gewünscht, dass es in Wesel passiert“, litt Trainer Jens Ellrott danach mit seinem Schützling.

 Charlotte Schlund vom ATS Buntentor, die in der LG Buntentor Roadrunners zur Meisterschaft antreten wollte, war aufgrund muskulärer Probleme in ihrer Leistungsfähigkeit stark eingeschränkt und musste daher ihren Start über 5.000 Meter schweren Herzens absagen.