Stina Seidler (r.) mit Leszek Kass

Auf nach Baku !

28.05.2014: (mg) - In ihrem ersten Jugend-Leichtathletik-Jahr steht die 15-jährige Stina Seidler vom SV Werder gleich vor einem ganz großen Abenteuer. Nach ihrem deutschen Schülerrekord von 4,11 Metern im vergangenen Jahr wurde die junge Stabhochspringerin vom Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV) im Februar für die European Youth Olympic Trials (EYOT) vom 30. Mai bis zum 1. Juni in Baku (Aserbaidschan) nominiert. Vor ihrem Abflug sprach Marc Gogol mit Stina Seidler und ihrem Werder-Trainer Leszek Kass.

 Frage: Wann geht es los in Richtung Kaukasus?
 Stina Seidler:
Am Mittwoch, 28. Mai, frühmorgens mit dem Flieger ab Hamburg über Frankfurt nach Baku. In Frankfurt trifft sich die DLV-Mannschaft.

 Wieviele Athleten umfasst das deutsche Team für die EYOT?
 
Stina Seidler: 21 waren nominiert, wieviele nun genau mitfliegen werden, weiß man erst am Abflugtag.

 Wie beurteilst Du den Austragungsort dieser europäischen Trials für die Olympischen Jugendspiele im August in China? Baku ist doch schon etwas exotisch …?
 
Stina Seidler: Gut, man ist fast eine Woche dort, aber ich muss zweimal springen und habe noch Training. Man sieht das Stadion und sonst von der Stadt ohnehin wohl nicht so viel.

 Blicken wir auf das Sportliche: Zweimal springen heißt, es gibt auch einen Qualifikationswettkampf?
 
Stina Seidler: Ja, es gibt die Qualifikation am Sonnabend, 31. Mai und das Finale am Sonntag.
 Leszek Kass: Der Modus der Qualifikation ist noch nicht bekannt. Aber Stina ist auf alle Eventualitäten vorbereitet. Ihr Ziel ist natürlich das Finale und dort dann unter die Top Acht zu kommen, das kann sie als beste Europäerin in 2013 schaffen.

 Und dazu noch beste Deutsche werden, das hieße vor der U20-Hallenmeisterin Juliane Schulze von der SSC Bad Sooden-Allendorf, Jahrgang 1997, zu landen – dann wäre die Qualifikation für die Olympischen Jugendspiele geschafft?
 
Leszek Kass: Das wäre noch das größere Ziel. Natürlich möchte man den Vergleich auf nationaler Ebene gewinnen, auch um insgesamt weiterzukommen. Die übersprungenen 3,85 Meter vom Hermann-Dressel-Cup am 17. Mai sind für die noch junge Saison schon gut und zeigen, dass Stina fit ist. Aber alles in allem wäre es schön, wenn Stina erfolgreich, gesund und zufrieden wiederkommt.

 Von wem wirst Du in Baku betreut?
 
Stina Seidler: Das übernimmt mein Stabhochsprung-Bundestrainer Stefan Ritter. Er ist der C-Kader-Trainer der U20-Nationalmannschaft, der mich auch nominiert hat.

 Unabhängig vom Ausgang der Wettkämpfe in Aserbaidschan, was habt Ihr Euch für 2014 in der neuen Altersklasse U18 vorgenommen?
 
Stina Seidler: Wenn ich erfolgreich, gesund und zufrieden wiederkomme, wie Leszek gesagt hat, dann gucken wir mal.
 Leszek Kass: Richtig. Wir werden im Juni in Ruhe weitersehen, wie wir den Schwung aus Baku mitnehmen können. Bei den Deutschen Jugend-Meisterschaften in Bochum-Wattenscheid Anfang August möchte Stina natürlich ihren Titel verteidigen. Beim Blick auf die Sprunghöhen in diesem Jahr lehnen wir uns aber noch nicht aus dem Fenster.