Oliver Leu bei der Siegerehrung in Sparta
Oliver Leu Sechster beim Spartathlon
20.10.2013: (mg) - Bei der 31. Austragung des Nonstop-Laufs von Athen nach Sparta, dem Spartathlon, am letzten September-Wochenende belegte Oliver Leu von der LG Bremen-Nord bei seiner insgesamt vierten Teilnahme den ausgezeichneten sechsten Gesamtplatz. Mit dem Sieg von Joao Oliveira aus Portugal gab es eine Überraschung. Er triumphierte in 23:29:08 Stunden vor der versammelten Weltelite der Lang-Ultras, die nach der 24-Stunden-WM/EM in den Niederlanden im Mai fast komplett auf das prestigeträchtige Rennen in Griechenland als zweiten Saisonhöhepunkt gesetzt hatte.Oliver Leu, Team-Europameister und Team-WM-Dritter im 24-Stunden-Lauf, verbesserte sich gegenüber seiner letzten Teilnahme 2011 über die 246 Kilometer nochmals um 54 Minuten auf exakt 26:45:59 Stunden. Dabei war der Zieleinlauf in Sparta erneut ein emotionaler Höhepunkt für den LGN-Athleten: „Links und rechts standen die Leute am Straßenrand, in Hauseingängen, auf Balkonen, saßen in Autos und klatschten mir Beifall. Es ist jedes Mal wieder ein tolles Gefühl an der Leonidas-Statue anzukommen.“ In dem mit 321 Läufern und Läuferinnen, darunter 32 Deutsche, vergleichsweise großen Feld bestachen die deutschen Männer vier Top-Ten-Platzierungen: Mit 24-Stunden-Europameister Florian Reus (LG Würzburg) auf Platz zwei hinter Joao Oliveira und dem Vorjahressieger Stu Thoms (SV Woltersdorf) auf Rang drei gemeinsam mit Ivan Cudin (Italien) sowie Oliver Leu und Michael Vanicek (LG Nord Berlin) als Neunter untermauerten die Nationalteam-Läufer ihre internationale Klasse. Alle deutschen Ultra-Athleten bestachen abermals durch ihre Renneinteilung und das dadurch mögliche starke Finish. Bis zum Zwischen-Checkpoint in Korinth nach 81 Kilometern war etwa noch kein deutscher Athlet unter den besten Zehn zu finden gewesen.
Das Rennen geht morgens um sieben Uhr in Athen los, insgesamt gibt es 75 Versorgungspunkte, Zielschluss ist nach 36 Stunden. In Korinth, wo schon knapp 50 Teilnehmer ausgestiegen waren, kam Oliver Leu auf Rang 22 nach 7:33 Stunden durch. „Ich kam in Nemea bei Kilometer 124 nach 11:55 Stunden an Position acht liegend an“, schildert Oliver Leu seinen weiteren Rennverlauf. „Nun war die Wärme so gut wie vergangen, und das Rennen konnte beginnen. Mit Stirnlampe und Windjacke gerüstet ging es durch die Nacht.“ Oliver Leu arbeitete sich fortan noch zwei Ränge nach vorne und musste sich dabei nicht nur Müdigkeit und Erschöpfung erwehren sondern auch noch insgesamt vier Hunden. Ungefähr bei Kilometer 195 überfielen sie ihn aus einsamen Gehöften kommend. Doch der Nordbremer war präpariert: „Ich wandte eine wirkungsvolle Brülltaktik an, und nach einigen hundert Metern war die Meute endlich verschwunden und ich jetzt wieder richtig wach.“ Danach konnte sich Oliver Leu auf den letzten rund 50 Kilometern, der sogenannten „Sparta-Section“ in aller Ruhe auf den Zieleinlauf freuen.
