Oliver Leu

24-Std.-Lauf WM/EM in Steenbergen/NL am 11./12.05.2013

20.05.2013: (ol) - Letzten Wochenende fanden im westholländischen Steenbergen die 10. WM bzw. 19. EM im 24-Std.-Lauf statt. Aufgeboten war ein deutsches Team mit 7 männlichen und 5 weiblichen Läufern und Läuferinnen.

Der Start war am Samstag um 12 Uhr, das Ende Sonntag um 12 Uhr, in der Innenstadt der in Nordbrabant zwischen Rotterdam und Antwerpen gelegenen 23000 Einwohner-Kleinstadt Steenbergen. Bis auf den Vorjahresweltmeister Mike Morton, der verletzungsbedingt absagte, war fast alles von Rang und Namen aus der weltweiten Ultralaufszene im Männer- als auch im Frauenfeld gemeldet. (154 Männer und 89 Frauen)

Der Lauf wurde auf einer verkehrsfreien, flachen Runde über 2314,14m ausgetragen. Optimale Streckenbedingungen, aber schwierige Wetterbedingungen erwarteten die Athleten. Über viele Stunden, vor allem abends und nachts, Wind mit ca. 30km/h und gelegentlichen Böen und dazu ständiger Regen, der auch unseren Betreuern im Zelt einige Probleme bereitete. Die Temperaturen schwankten zwischen 7 bis 13 Grad Celsius. Wie so häufig starteten viele Läufer sehr schnell, eher wie bei einem 100km-Rennen. Das sollte sich aber bald rächen. Die deutschen Athleten gingen wie immer sehr verhalten an. Dafür sind sie bei vielen anderen Nationen berühmt und berüchtigt. Die Teamleistung ergibt sich aus der Addition der km-Summen der drei besten Einzelergebnisse je Geschlecht.

Im Verlauf der Stunden kletterten wir in der Damen- wie in der Herrenwertung kontinuierlich nach oben. Die Damen belegten am Ende in der WM-Wertung den 5. Rang. Wie schon bei der letzten WM in Kattowitz/PL, nach hartem Kampf mit die Schwedinnen, mit 2,3km Vorsprung und einer Gesamtleistung von 651,117km belegten sie in der EM-Wertung sogar den Bronze-Rang hinter Frankreich und Großbritannien. Beigetragen zu diesem Ergebnis haben Heike Bergmann, mit 50 Jahren WM-Debütantin und einem fulminanten Einstand und dem 9. WM-Rang mit 224,932km, Antje Krause 13.mit 220,221km und Marika Heinlein 36. mit 205,964km.

Bei uns Männern ging es ebenso spannend her. Unserer Herrenteam lag zu Rennbeginn in der Mannschaftswertung irgendwo im hinteren Viertel.
Aber die Geduld zu Beginn würde sich noch auszahlen. Unser junger Top-Läufer Florian Reus lieferte sich in den letzten Stunden einen harten Kampf mit dem 55-jährigen Russen Anatoli Kruglikov um die EM-Krone, die er letztlich nach seinem Vorjahres-Europameistertitel verteidigen konnte. Seine Endleistung betrug 259,939km und bedeutete gleichzeitig den 3. Platz in der WM-Wertung hinter den zwei Amerikanern Jon Olsen (269,675km) und John Dennis (262,734km). Der zweite Deutsche der zur Mannschaftsleistung beitrug war Patrick Hösl mit 249,320km und dem 8.WM-Rang. Als dritter Deutscher konnte ich bei meiner 4.WM-Teilnahme nach 2008,2009 und 2012 nun endlich einmal ein für mich befriedigendes Ergebnis erzielen und zum Mannschaftsergebnis beitragen. Für mich standen am Ende 242,749km und Rang 14 in der WM-Wertung zu Buche. In der Addition der Ergebnisse des Herrenteam belegten wir in der WM-Wertung Platz 3 hinter den USA (780,552km) und Japan (752,567km) auf die letztlich ein Rückstand von nur 560m!!! übrig blieb. In der EM-Wertung konnten wir in der letzten Stunde noch das russische Team hinter uns lassen und den Europameistertitel aus dem letzten Jahr mit 752,007km zu 748,162km verteidigen. Dritter wurde Italien mit 715,739km. Erwähnenswert ist noch der WM-Sieg der 49-jährigen Japanerin Mami Kudo mit 252,202km, was eine Verbesserung des alten Strassen-Weltrekordes um 5km bedeutete. Hier folgten auf den Plätzen zwei und drei die junge Läuferin Sabrina Little mit 244,669km und Suzanna Bon mit 236,228km, beide aus den USA.