Das war's - der entscheidende Stoß zum EM-Titel

EM Senioren - Bremer Medaillen

28.08.2012: (mg) - An der Mündung der Mandau in die Lausitzer Neiße, wo die Grenzen Deutschlands, Polens und Tschechiens aneinander stoßen, fanden in Zittau und Umgebung die 18. Leichtathletik-Europameisterschaften der Senioren statt. Mit Jana Müller-Schmidt vom SV Werder, Dagmar Suhling vom TuS Huchting und Gabriele Rost-Brasholz von der LG Bremen-Nord holten drei Bremer Aktive Medaillen für Deutschland. Klaus Albers vom GTV Bremerhaven holte einen kompletten Medaillensatz.

Dagmar Suhling wurde ihrer Favoritenrolle im Speerwurf gerecht und siegte mit ausgezeichneten 41,20 Metern in der Altersklasse W40. Darüber hinaus holte die Huchtingerin Bronze im Dreisprung mit 10,96 Metern. Im Werferfünfkampf verfehlte sie mit Rang vier ganz knapp das Siegerpodest. Nur zu ihrer Spezialdisziplin, dem Kugelstoßen, war Jana Müller-Schmidt (W45) nach Zittau gereist. In ihrem fünften und besten Versuch erfüllte sich für die Werderanerin ein „Traum, auf den ich lange hingearbeitet habe“ (Müller-Schmidt). Die vier Kilogramm schwere Kugel landete erstmals über 13 Meter, gemessen wurden exakt 13,20 Meter. Damit war der insgesamt 7. Senioren-Europameistertitel und neue Bremer Landesrekord perfekt.
 
Etwas Pech hatte ihr Vereinskamerad Sven Suhling (M45). Im Gewichtswurf bedeuteten 14,31 Meter (Bremer Landesrekord M40/45, +2 cm) knapp Rang vier, im Hammerwurf folgte Platz fünf mit 45,84 Metern, und im Werferfünfkampf Rang sechs. Lange warten musste Gabriele Rost-Brasholz auf ihre Medaillen. Erst am letzten Tag im Marathon holte die Nordbremerin Gold im Einzel in 4:13:27 Stunden und auch mit der deutschen W65-Mannschaft. In den Vortagen hatte Gabriele Rost-Brasholz über 10.000 Meter Rang fünf in 50:59,21 Minuten sowie über 5.000 Meter Rang sieben in 24:54,16 Minuten belegt.

Klaus Albers siegte in der M70 im Diskuswurf mit 46,29 Metern wurde Zweiter im Gewichtswurf mit 18,51 Metern und Dritter im Hammerwurf mit 45,22 Metern. Zum Werferfünfkampf konnte er abschließend wegen eines Meldeproblems nicht mehr antreten.

Bei Temperaturen über 30 Grad wurde Jan Petermann vom ATS Buntentor in der M45 in 4:18,17 Minuten Achter über die 1.500 Meter. Sven Eilinghoff startete in der M40 über die 10.000 Meter und belegte mit einer Endzeit von 34:25,72 Minuten den sechsten Platz. Bei seinem zweiten Start in der M40 lief Sven Eilinghoff über die 5.000 Meter in 16:35,49 auf Platz sechs. Bei sehr anspruchsvollem Niveau in den Master-Laufklassen von M35 bis M55 mussten die Athleten dabei über sich hinauswachsen und persönliche Bestzeiten laufen, um die Endläufe zu erreichen. Jan Petermann gelang dies im 800-Meter-Vorlauf der M45. Mit einem beherzten Endspurt lief er die letzten 150 Meter vom Ende des Feldes nach vorne und gewann mit einem Wimpernschlag Vorsprung in einer neuen Bestzeit von 2:06,57 Minuten. Im Finale konnte er sich dann noch einmal steigern und lief in 2:04,37 Minuten auf Rang sieben, was zugleich den derzeitigen 4. Platz der deutschen Bestenliste bedeutet. Seine Frau Nicol Schirmer-Petermann von Bremen 1860 wurde Neunte über 1.500 Meter in 5:49,12 Minuten und Zehnte über 5.000 Meter in 21:52,55 Minuten.

Knapp an den Medaillenrängen vorbei sprangen und warfen die übrigen LG Bremen-Nord-Athleten. Silvia Janke war im Stabhochsprung der W50 noch von einem kurz zuvor erlittenen leichten Schleudertrauma gehandikapt und überquerte 2,70 Meter, was zu Platz vier reichte. Urte Zinke warf den Hammer in der W50 auf 37,07 Meter und auf Rang fünf. Ihr bester Versuch, der letztlich noch mit 37,02 Metern gemessen wurde, streifte aber leicht den Ringpfosten und hätte ohne dieses Malheur mindestens zum Bronzeplatz gereicht. Im Gewichtswurf war drei Tage später mit 10,64 Metern und Platz zehn die Luft raus. In der M40 absolvierte Marc Gogol zunächst mit 4.304 Zählern einen soliden Zehnkampf mit Rang 15, ehe er in seiner Spezialdisziplin, dem Hochsprung, mit Saisonbestleistung von 1,75 Metern höhengleich mit dem Drittplatzierten auf Platz vier einkam.